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Nachricht

In den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts kam in der Politik der Staaten das Thema Umweltschutz und Schutz der natürlichen und regionalen Ressourcen verstärkt auf, erlangte im Lauf der Zeit immer größere Bedeutung und wurde schließlich zum beherrschenden Thema. Die von der internationalen Gemeinschaft festgelegten Prinzipien in Hinblick auf die Beschränkung der Ressourcen, den Schutz und die Bewahrung der Biodiversität, die Integration der wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte gemäß Entwicklungsmodellen, die im Sinne des Umweltschutzes nachhaltig sind, zielen letztlich immer darauf ab, ein Höchstmaß an Lebensqualität nicht nur für die heutige Bevölkerung sondern auch für zukünftige Generationen zu sichern.

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Die strategischen Leitlinien zum Schutz der Natur wurden in der Europäischen Union durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG, die zur Bewahrung der natürlichen Lebensräume, der Flora und der Waldfauna beschlossen wurde, klar umrissen. Mit dieser Richtlinie verfolgte die Europäische Union die Absicht, auf Grundlage des Projekts Natur 2000 ein gemeinsames europäisches Ökologie-Netzwerk (EECONET) zu schaffen, das auf unterschiedliche Weise und nach Wichtigkeit abgestuft Regionen, Stätten und Zonen von großer ökologischer Bedeutung ausfindig machen und schützen soll. So muss in Italien wie auch in den anderen Mitgliedsstaaten der Union als sichtbares Ergebnis der auf staatlicher und regionaler Ebene durchgeführten konkreten Maßnahmen ein nationales ökologisches Netzwerk geschaffen werden. Bei der Bildung des nationalen Ökologie-Netzwerks fungieren die Parks und Naturschutzgebiete als miteinander und mit anderen Zonen von ökologischer Relevanz bzw. durch Ökologie-Korridore verbundene Knotenpunkte, wobei zwischen diesen geschützten Bereichen Puffer- und Übergangszonen liegen, sodass eine wirkliche „Umweltinfrastruktur" hergestellt wird, die sich auf die gesamte Region erstreckt. Dieses Öko-Netzwerk kann in der Beziehung Mensch-Region durch eine Eindämmung des Verschwindens von natürlichen Lebensräumen und die Ermittlung von Belastungskapazitäten, die mit den Eigenschaften der umgebenden Naturlandschaft vereinbar sind, zu einem wertvollen Instrument werden, um dem Schwund des Erbmaterials und dem Prozess der biologischen Simplifizierung entgegenzuwirken, indem man versucht, die menschlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten mit einem Höchstmaß an Biodiversität in der Umwelt in Einklang zu bringen.

Gemäß der Zielsetzungen, die im Vertrag der Europäischen Union festgelegt wurden, geht es darum, „das Konzept der Nachhaltigkeit zu verfolgen, was die Suche nach Leitlinien der wirtschaftlichen Entwicklung impliziert, die mit dem Prinzip des Umweltschutzes in Einklang stehen und auf die Herstellung und Bewahrung eines ausgeglichenen regionalen Gefüges abzielen, sodass auf dem Weg der Globalisierung der Schutz der lokalen Identitäten mit allen ihren Werten in Hinblick auf Natur und Mensch gewahrt bleibt."

Die Region Friaul-Julisch Venetien strukturierte durch das Regionalgesetz Nr. 42 vom 30. September 1996 das System der regionalen Naturschutzparks um. Seit diesem Zeitpunkt erfolgt der Naturschutz durch diverse Formen des Regionalschutzsystems, zu dem regionale Parks und Naturschutzgebiete gehören. Dabei handelt es sich um komplexe juristische Strukturen, die kraft Gesetz geschaffen wurden, wodurch es zur Einführung eines außergewöhnlichen Modells der Regional- und Territorialverwaltung kam.